Verantwortungskulturen schaffen

Betriebsinterner Workshop und optionale Entwicklungsbegleitung

„Damit in uns Menschen ein Gefühl von Verantwortlichkeit entstehen kann, müssen wir allerdings zu Entscheidungen berechtigt sein. Verantwortlichkeit kann nicht von oben herab verordnet werden. Sie entsteht auch nicht durch Apelle und Werte-Statements in Leitbildern. Verantwortlichkeit entsteht rein dadurch, dass Menschen frei entscheiden können und sich dann einer Auswertung stellen.

In einer Verantwortungskultur werden deshalb Aufgaben und Ziele geklärt und mit hohem Commitment verfolgt, aber es wird nicht für jeden Fall per Regel festgelegt, wie zu entscheiden ist. Es muss auch nicht bei jeder Entscheidung nachgefragt werden, ob diese so in Ordnung geht. Nein, der verantwortliche Mensch entscheidet im Rahmen seiner Aufgaben nach eigenem Ermessen. Das bedeutet nicht, dass dabei nicht zugleich wichtige und sinnvolle Normen berücksichtigt werden müssen. Im Gegenteil, auch sie werden von verantwortlichen Menschen mit hoher innerer Zustimmung eingehalten. 

So bleibt im Unternehmen Raum für menschliche Kreativität und praktische Vernunft, was angesichts der zunehmenden Komplexität und Unberechenbarkeit der Herausforderungen die beste Strategie ist.

Ob es dann jeweils die beste Entscheidung war, das kann sich oft erst in Auswertungs- oder Lernprozessen zeigen, die zumindest exemplarisch im Nachgang durchgeführt werden. Diese Auswertungsprozesse sollten übrigens keineswegs nur gegenüber Vorgesetzten erfolgen, sondern auch gegenüber Arbeitskolleginnen im eigenen Team, in anderer Abteilungen und in anderen Berufsgruppen, sowie gegenüber den Kunden selbstverständlich. Kurz gesagt, zu verantworten haben wir uns gegenüber jenen, die die Folgen unseres Verhaltens erleben.

Verantwortung kann also nicht „übertragen“ werden, sondern sie entsteht notwendigerweise dort, wo jemand entscheidet. Umgekehrt kann Verantwortlichkeit auch nicht abgeschoben werden. Wer in einer Sache entscheidet oder auch nicht entscheidet, ist dann auch für die Folgen verantwortlich und darf sich dem Prozess des Verantwortens nicht entziehen. Das gilt in einem Staat und es gilt in einem Unternehmen.

Natürlich gibt es auch das Phänomen, dass manche Menschen gar nicht entscheiden wollen und lieber bei ihren Vorgesetzten anfragen, was sie machen sollen. Sie wollen, meist unbewusst, am Ende nicht „schuld“ sein, weil sie damit schlechte Erfahrungen gemacht haben.

In einer Verantwortungskultur darf diese Haltung nicht zugelassen werden, in einer Gehorsamskultur ist sie dagegen erwünscht. Erfahrungsgemäß können Menschen, die Verantwortlichkeit zunächst meiden, durch positive Erfahrungen wieder dazu ermutigt werden.“

Herbert Salzmann „Verantwortungskultur in Organisationen“ (Buch in Vorbereitung)

Inhalte des Workshops:

  • Was ist eine Verantwortungskultur und warum ist sie so wertvoll?
  • Warum ist sie der Gehorsamskultur weit überlegen?
  • Wie entsteht Mutwilligkeit und wie kann sie verhindert werden?
  • Den Fehler des Unterschätzens und des Überschätzens der Mitarbeiter vermeiden
  • Die beiden zentralen Führungsprozesse der Verantwortungskultur
  • Wie das Management beim Aufbau der Verantwortlichkeit vorgehen kann
  • Die Stärkung der Führung, der Mitarbeiter und des Gesamtunternehmens durch eine Verantwortungskultur: Krisenfestigkeit, Innovation und Effektivität im Dienste der Kunden
  • Wie stärke ich meine eigene Verantwortlichkeit?
  • Wie führen wir eine Verantwortungskultur in einem einzelnen Bereich ein?
  • Wie stellen wir die gesamte Organisation konsequent auf Verantwortlichkeit um?
  • Praxisbeispiele und Erfahrungen aus verschiedenen Unternehmen
  • Konsequente philosophische und politische Begründung der Verantwortungskultur

„Jede Unternehmensleitung kann sich über Mitarbeiter mit hoher Verantwortlichkeit nur freuen, denn sie sind nachweislich die produktivsten.“

„Ein Unternehmen muss heute so geführt werden, dass einerseits auf das Gute im Menschen vertraut wird und andererseits mit dem Schlechten im Menschen gerechnet wird. Das ist die Essenz der Verantwortungskultur.“

„In keinem anderen Lebensbereich können Menschen die Tugend der Verantwortlichkeit so gut entwickeln, wie in der Arbeitswelt, sofern sie auch wirklich Verantwortung übernehmen dürfen und müssen.“


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Herbert Salzmann

Geb. 1959 in Vorarlberg, Lehre als Vermessungstechniker, 7 Jahre Techniker, daneben Abendgymnasium. Geistes- und sozialwissenschaftliche Studien in Innsbruck und Freiburg. Ab 1990 Ausbildung in Organisationsentwicklung und Managementtraining durch Jack F.Moens / NPI Holland. Selbständige Beratungserfahrung seit 1990, von 2012 -2024 Gesellschafter der Trigon Entwicklungsberatung. Diverse Weiterbildungen in OE, Coaching und Wirtschaftsmediation. Lehraufträge an der Universität Innsbruck. Arbeitsschwerpunkte: Führungsseminare, Führungscoaching und Transformation von Führungskulturen. Organisationsentwicklung und Begleitung von Lernenden Organisationen. Diverse Veröffentlichungen und Vorträge.